Santa Monica

Vorübergehende Pause vom Minimalismus und weitere Pläne

In LA (Santa Monica)

Wir sind in LA angekommen! Nach 10 Wochen „on the road“ in den USA ist dies für uns ein Wechsel ins absolute Luxusleben ❤ Hier in LA kommen wir bei Anouks Tante in Venice unter und geniessen die Zeit mit ihr und ihrem Mann und können Dinge mit Anouks Cousins und deren Familien, alle in der Gegend wohnhaft, unternehmen. Ausserdem nutzen wie die Zeit für Putzen, Reparaturen, Ausbesserungen am Land Cruiser und Reiseplanung. Uuuund wie geniessen es mal wieder in einem richtigen Bett zu schlafen und noch viel mehr wieder richtig und regelmässig zu duschen 😊 Und wir werden richtig verwöhnt was Essensvielfalt angeht – ob mit Somalisch, koreanischem Barbecue oder Griechisch. Eine schöne Abwechslung zu unserem Brot vs. Pasta – Alltag im Land Cruiser. 
Der Plan ist ca. 3 Wochen hier zu bleiben (mit ein paar Ausflügen z.B. nach Las Vegas). Dann müssen wir ausreisen: Aufgrund von Covid werden keine Visums für die USA ausgestellt, deswegen beträgt unser Maximalaufenthalt 3 statt 6 Monate. Schnell über die Grenze nach Mexico ausreisen reicht nicht, wir müssen den NAFTA-Raum verlassen, wenn wir noch länger in den USA bleiben wollen. Deswegen fliegen wir im November 2 Wochen lang nach Costa Rica und lassen den Land Cruiser bei Anouks Tante. Danach fahren wir weiter nach Utah / Arizona, wo es viele wunderschöne Allrad-Routen gibt und dann weiter nach Texas. Gegen Ende Dezember / Anfang Januar planen wir die USA endgültig zu verlassen und nach Mexico einzureisen.

Big Sur und die südliche Highway 1

See-Elefanten am Kämpfen

Aber nun zu letzter Woche: Nach dem Bristlecone Pine Forest sind wir zurück an die Küste auf die Highway 1 bei Höhe Big Sur – eine der spektakulärsten Abschnitte dieser Strasse. Die Vorfreude auf LA war allerdings so gross, dass wir uns nicht mehr richtig Zeit genommen haben.
Wir haben einen Spaziergang zu einem Gezeitenfall gemacht (ein Wasserfall, der bei Flut direkt ins Meer mündet) und weiter südlich See-Elefanten besucht. Diese sind sehr lustig zu beobachten. Zum grössten Teil liegen sie einfach da, manchmal mampfen sie etwas, kratzen sich, suchen wälzend nach einer bequemeren Liegeposition, kämpfen mit anderen, legen sich dann aber ziemlich schnell erschöpft wieder hin.
Auch haben wir noch ein Monarch Schmetterling Sanctuary (=Zufluchtsort) besucht, wo Monarch Schmetterlinge aus kälteren Gebieten überwintern, bevor sie zurück in den Norden fliegen. Die Tausenden von Schmetterlingen sind faszinierend, sie sind aber gut getarnt und schwer zu sehen, wenn sie sich nicht bewegen.

Venice

Unser Land Cruiser in Hollywood

Dann kamen wir endlich in Los Angeles bzw. Venice an. Dort haben wir die ersten Tage hauptsächlich mit Waschen und Grossputz von Land Cruiser und kleineren Reparaturen verbracht. z.B. haben wir festgestellt, dass unser Trackinggerät nicht mehr funktioniert seit Oregon. Oder wir sind in ein Nagel gefahren und mussten das Rad flicken und mit dem Ersatzrad tauschen.

Mit Freude haben wir bei Spaziergängen festgestellt, dass sich der Stadtteil Venice, seit unserem letzten Besuch vor zwei Jahren wieder stark verbessert hat.
Venice entstand anfangs 20. Jahrhundert als florierendes Vergnügungsviertel mit vielen Venedig-nachempfundenen Kanälen, Gondeln und Freizeitaktivitäten am Strand. Mit der Prohibition ging das Viertel stark ein, viele der Kanäle wurden zugeschüttet. In den 1960ern zog das Gebiet, da heruntergekommen und günstig viele Künstler an und gewann an Beliebtheit. Erst in den 90ern wurden dann die noch bestehenden Kanäle restauriert und das Viertel wurde sehr hip und für seinen verrückten Venice Beach weltberühmt. In den letzten Jahren hatte Venice mit vielen Zeltstädten und erhöhter Kriminalität zu kämpfen. Erst diesen Sommer wurde aufgeräumt, für Obdachlose wurden Unterkünfte gefunden und nun sind viele Strassen und der Venice Beach so sauber wie schon lange nicht mehr.

Ein paar Tage haben wir noch einen Cousin mit Familie in Orange County (das Vorstadt-Gebiet um Los Angeles herum) besucht und unter anderem im Crystal Cave State Park am Strand Krebse und sonstige Meereslebewesen in den Tide Pools (=Gezeitenpools) beobachtet. 

Wir geniessen es wirklich sehr mal einen Gang runter zu schalten – aber die Zeit rast auch hier. 

0
Gefahrene Kilometer seit Reisebeginn

Letzte Vorbereitungen und Verschiffung

Die letzten Wochen waren echt verrückt. Wir waren konstant mit Vorbereitungen beschäftigt, hatten keine Minute Zeit um auszuruhen. Dazu haben wir beide bis zum letzten Tag vor Abflug gearbeitet. Nun in Mexico haben wir endlich mal Zeit für uns. 

Unser Land Cruiser im Hamburger Hafengelände

Zu organisieren gab es vieles – wir haben noch letzte Umbauten an unserem Landi (z.B. Installation eines Transformers für Anschluss an das amerikanische Netz, Alarmanlage…) erledigt. Dann brachte Raphi ihn für Service und TÜV nach Ellingen zu Desert Tec (ca. 5 Stunden Fahrt pro Weg) und holte ihn eine Woche später wieder.

Wir mussten unsere Flüge / Unterkunft buchen, umbuchen und stornieren: Da die USA die Grenzen gegenüber Europa nicht geöffnet haben, müssen wir 14 Tage vor USA Einreise ausserhalb des Schengenraums verbringen. Wir haben also neue Flüge von der Schweiz nach Mexico und von Mexico nach Baltimore und entsprechende Unterkünfte gebucht. Dazu kam jede Menge Papierkram wie z.B. Erstellung von Vollmachten, Regeln von Steuerangelegenheiten usw. Und natürlich verabschiedeten wir uns nach und nach von Familie und Freunden. 

Verschiffung – Abgabe in Hamburg

Durch unseren Umweg über Mexico beschlossen wir die Verschiffung nochmals um eine Woche zu verschieben, damit das Auto nicht zulange in Baltimore am Hafen auf uns wartet. Dies war zum Glück ohne Probleme und kostenlos möglich. Anfang Juli bereiteten wir das Auto dann für die Verschiffung vor. Es musste sehr sauber sein und alles was wir mitverschiffen wollten, musste fest in den Schränken verstaut sein. Mit den Sandblechen und Fahrradschlössern haben wir den Zwischenraum von Wohnraum und Fahrerkabine verriegelt, da das Fahrzeug im Hafen und auf dem Schiff oft unverschlossen sein wird und wir damit Diebstahl vorbeugen wollten. Schliesslich hat Raphi den Landi hoch nach Hamburg gefahren. 

Alle Textilien mussten mit Plastik überzogen werden

Die Abgabe in Hamburg am Oswald Kai war dank der guten Beschreibung von SeaBridge sehr einfach. Zuerst wurde im Büro ein Lieferschein erstellt und ein Pager mitgegeben. Nach ca. 10 Min. warten vibrierte der Pager und das Auto konnte an die Schranke am Verladekai gefahren werden. Auf dem Lieferschein war ein Barcode, mit welchem die Schranke geöffnet werden konnte. An einem kleinen Container wurde nochmals Papierkram erledigt und danach musst das Fahrzeug über die Waage fahren: 2980 KG. Essen und Diesel können wir also noch laden, ohne dass wir die 3,5 Tonnen überschreiten. Nun wurde eine Reihennummer angegeben in welcher der Landcruiser geparkt werden musste. Die Sitze hat Raphi noch mit Plastikfolie überzogen, alles verriegelt, Schlüssel abgegeben und ist dann zu Fuss den Heimweg angetreten 🙂 Das ganze Prozedere dauerte keine Stunde. Alles weitere wurde nun durch die Hafenmitarbeiter erledigt. Der Land Cruiser bekam noch eine Unterbodenreinigung und wurde dann mit einem Tag Verspätung auf das Schiff Atlantik Sail verladen. 

Die Fahrt können wir online tracken. Wer auch mal sehen möchte, was sich alles so auf den Weltmeeren rumtummelt, sollte bei der Seite von Marine Traffic vorbeischauen, der Reichtum and Details ist faszinierend.