Raphi auf dem Cerro Tute

Vom Dschungel ins Konsumparadies Panamas

Osa Peninsula

Dreifachsonnenuntergang bei Drake Bay

Unser letzter Halt in Costa Rica machen wir auf dem Osa Peninsula. Das Osa Pensinsula beherbergt laut National Geographic die intensivste Biodiversität, also Artenvielfalt der Welt. So wird geschätzt, dass auf dem Peninsula 2.5% der Biodiversität der Welt zu finden ist, obwohl das Peninsula nicht mal ein Tausendstel Prozent der Erdoberfläche ausmacht. Der Grossteil des Peninsulas ist von Dschungel bedeckt und teilweise durch den Corcovado Nationalpark geschützt. Zuerst fahren wir zu einem abgelegen Strand in der Nähe von Drake Bay, was 4-5 Flussdurchquerungen erfordert. Wir werden mit einem wunderschönen einsamen Übernachtungsplatz am Strand mit traumhaftem Sonnenuntergang belohnt. Nachdem es dunkel ist, wimmelt es nur noch so von Hermit Crabs (Einsiedlerkrebsen) – eindrücklich. Wo der meilenweite mit Kokospalmen gesäumte Strand endet, fängt der dichte Dschungel an. Am nächsten Morgen machen wir eine Wanderung durch diesen Dschungel. Wir sahen tatsächlich einige Tiere – Mango naschende Äffchen (wobei sie immer nur 2-3 Bisse probieren, die Mango an Boden schmeissen und die nächste pflücken), Nasenbären, riesige blaue Schmetterlinge, Truthahngeier, einen gut getarnter Helmbasilisk und Aras. Anouk wird schmerzhaft und zweifach von einer giftgrünen Raupe gestochen. Auf dem nassen rutschigen Lehmboden fallen wir ein paar Mal auf den Hintern und sind danach richtig dreckig, aber ansonsten hat die Wanderung Spass gemacht. Danach fahren wir auf die andere Seite des Peninsulas und geniessen dort noch 2 Tage, suchen einsame Strände zum übernachten, fischen und Wellen reiten oder erledigen im Dörfchen Administratives. Auf den Besuch des Corcovado Nationalpark verzichten wir aus Budgetgründen, freuen uns aber drüber am Morgen vom Bett aus durchs Dachfenster Tukane und Aras in den Bäumen zu beobachten.

Grenze zu Panama und Boquete

1000-jähriger Baum auf dem Pipeline Trail bei Boquete

Das wars nun auch schon mit Costa Rica und so machen wir uns auf zur letzten Grenze Zentralamerikas – der nach Panama. Es handelt sich wieder um eine verhältnismässig mühsame Grenze. Verlängert wurde das Prozedere dadurch, dass die Beamten sowohl beim Abschluss der obligatorischen Haftpflichtversicherung fürs Auto als auch bei den Temporärimportpapieren fürs Auto die VIN Nummer und das Kennzeichen fehlerhaft eingaben und das rückgängig machen mehrere Anrufe und viel Warten implizierte. Beim Korrigieren schlichen sich erneut Fehler ein, womit der Prozess ein drittes Mal wiederholt werden musste. Wir kontrollieren die Nummern jedes Mal, da es im Falle von Fehlern bei der Ausreise und dieses Mal noch schlimmer – bei der Verschiffung – Probleme geben würde. Wir können uns nicht erklären, wieso wir tatsächlich fast jedes Mal Fehler entdecken, obwohl die Beamten diesen Prozess täglich wiederholen – mühsam. Nach etwa 3 Stunden haben wir es geschafft, machen in der Stadt David ein paar Erledigungen (z.B. zahlen auf der Bank die Anzahlung ein für die Verschiffung) und fahren ins blumige Hochland ins Städtchen Boquete. In Boquete übernachten wie am Dorfplatz, wie zufälligerweise unsere Container Buddies auch. Somit lernen wir sie das erste Mal kennen und gehen zusammen etwas essen und trinken. Aurore und Salah aus Frankreich sind seit einem Jahr auf der Panamericana unterwegs. Wir haben mit ihnen Kontakt aufgenommen, als sie in einer Facebook-Gruppe gefragt haben, ob jemand mit ihnen Mitte Juni ein Container nach Kolumbien teilt.
Am nächsten Tag machen wir eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall. Es ist unser dritter, letzter und leider weiterhin erfolgloser Versuch Quetzals zu sehen.

Cerro Tute

Raphi auf dem Cerro Tute

Weiter fahren wir zum Cerro Tute, eine Destination abseits der Touristenpfade. Hier fahren wir so weit hoch wie es geht. Es ist eine wahrliche Allrad-Herausforderung – auf rutschigem, äusserst steilen, unebenen Lehm mit vielen Felsen. Das letzte extrem steile Stück schaffen wir nicht zu überwinden und damit kommen wir nicht bis da wir hinwollten, aber doch so weit, dass wir beim Übernachten ein schönes Panorama haben. Am nächsten Morgen stehen wir vor dem Sonnenaufgang auf, um die restliche halbstündige Wanderung zum Gipfel zu wandern. Ein Stück ist für Anouk mental besonders anspruchsvoll: Es führt durch ganze Landschaften voller ineinander gewobenen Spinnennetzen. Zum Glück hat Raphi die Machete dabei und kann den Weg freimachen. Dies ist für Arachnaphobikerin Anouk aber nur eine kleine Beruhigung, ist doch der Weg so schmal, dass man unweigerlich die Pflanzen berührt (dies erst noch bei Dunkelheit) und damit Angriffsfläche für Spinnen schafft. Am Schluss müssen wir noch auf den Felsen klettern, begrüssen die dort ansässige Krötenfamilie und hätten dann ein 360-Panorama vom höchsten Berg in der Umgebung. Leider ist es so neblig da oben, dass wir kaum was sehen, auch nicht den Sonnenaufgang. Es ist halt Regensaison. Leider können wir nicht warten, da wir nach Panama City müssen. Zurück beim Auto wartet die nächste Überraschung: Unser Reifen ist platt. Zum Glück liegt es am Reifen, nicht wieder am Felgen, womit Raphi das Loch flicken kann.

Ankunft in Panama City und der Overland Embassy

Raphi schneidet die Felgen zurecht

Dann müssen wir nach Panama City eilen, zur „Botschaft“. Die Overland Embassy / Botschaft wurde letztes Jahr von Alejandro gegründet, der selber gerne reist und bereits overland die Strecke Panama – Alaska gereist ist. Alejandro ist mit seiner Familie mit 16 von Venezuela nach Panama geflohen. Um als Teenager in der neuen Umgebung nicht in ein Loch zu fallen hat er sich zum Ziel gesetzt Panama bis in die letzten Ecken zu erkunden und mögen zu lernen. Dabei ist er immer wieder auf Reisende / Overlander gestossen und hat sie dann unterstützt bei ihren Vorhaben in Panama, wie zum Beispiel bei der grossem Herausforderung der Verschiffung nach Kolumbien. Und so wurde ihm immer wieder vorgeschlagen sein Hobby zum Beruf zu machen, was er nun mit der frisch gegründeten Overland Embassy macht. Er weiss was Overlander wie wir brauchen und hilft bei allem Möglichen. Zum Beispiel bietet er Werkstatt mit allem drum und dran hat, hat Kontakte für alle möglichen Reparaturen, man kann bei seiner „Botschaft“ kostenlos freistehen und Wlan, Dusche, Toilette nutzen. Man kann sein Camper putzen, Ersatzteile bestellen, er agiert auch als Agent für Verschiffungen und so weiter. Und natürlich schliesst man dort auch mit ihm und anderen Reisenden schnell neue Freundschaften. Eine wirklich tolle Sache. Wir haben zwar bereits einen anderen Verschiffungsagenten, Alejandro kann uns aber helfen uns zu „schrumpfen“, damit wir in den Container passen. Er ist gerade dran einen alten Land Cruiser zu restaurieren, von welchem er auch die Originalfelgen gekauft hat. Netterweise verkauft er uns diese weiter. In seiner Werkstatt können wir sie so zurechtschneiden, dass wir sie am Land Cruiser anbringen können und mit ihnen ohne Reifen in den Container fahren können, um niedriger zu sein.
Nachdem wir am zweiten Tag fertig sind, kommt der grosse Moment der Wahrheit – wir messen und sind mit den zurechtgeschnittenen Felgen 2.57 Meter hoch. Wir dürfen genau 2.58 Meter sein – es sollte also passen. Ein halber Stein fällt uns vom Herzen (sind ja noch nicht im Container). Nun haben wir noch ein bisschen Zeit vor der Verladung am 13. Juni um Panama und Panama City zu erkunden und machen uns ausgestattet mit Alejandros Panama-Insider Tipps auf den Weg.

Das reiche aber ungleiche Panama

Nach unseren ersten Tagen in Panama haben wir einen gemischten Eindruck. Die Menschen sind generell sehr sehr freundlich und offen, mehr noch als in Costa Rica. Was schockiert, ist der Müll der wieder überall rumliegt, obwohl Panama dank dem Panamakanal, aber auch Offshore Banking und Geldwäscherei in reiches Land ist, sogar reicher als Costa Rica. Auf der anderen Seite sind wir total überwältigt vom kommerziellen Angebot. An den meisten Orten, aber vor allem um Panama City gibt es riesige wunderschöne Supermärkte mit einem top internationalen Angebot (sogar Schweizer Villars Schoggi, die es in der Schweiz nur in ganz grossen Coops gibt). Es reiht sich eine Riesenmall an die nächste, und wir sehen eine Vielfalt an amerikanischen Fastfoodketten, die wir in den USA das letzte Mal gesehen haben. Nachdem wir seit den USA mit einem sehr stark eingeschränkten Angebot leben mussten, ist dies ein Luxus für uns. Z.B. war das verfügbare Spektrum an Lebensmittel sehr gering oder wir versuchen seit den USA neue Trekking-Turnschuhe zu finden, da unsere dank täglichem Tragen total abgenutzt sind – keine Chance. So sind wir total überwältigt von diesen plötzlich scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten. Aber ja, dafür sind die Preise praktisch gleich hoch wie in den USA, bezahlt wird auch in US Dollar. Angesichts der Riesen-Skyline von Panama City würde so manche US-Grossstadt erblassen und unsere letzte besuchte Metropole Mexico City sowieso. Der ganze Luxus ist ja schön und gut, aber etwas stimmt nicht ganz und hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack: Auf dem Land leben die Menschen in offenen Stroh und Wellblechhütten ohne Strom und vorne dran türmt sich der Abfall. Die Armut ist deutlich zu spüren und die Ungleichheit widerspiegelt sich auch in der extrem hohen Polizeipräsenz, die versucht zu verhindern, dass die Situation eskaliert. Lateinamerika ist weltweit führend was Einkommen- und Vermögensungleichheit angeht und innerhalb Lateinamerikas kommt Panama diesbezüglich nach Brasilien an oberster Stelle. Ja Panama ist reicher als Costa Rica, aber Costa Rica pflegt eindeutig den nachhaltigeren Wohlstand.
Aber vielleicht ändert sich das ja noch, Panama ist relativ „neureich“. Erst 1999 hat die USA Panama die vollständige Kontrolle über den Kanal überlassen und viel Wohlstand stammt auch von der Verdreifachung des Verkehrs durch den Panamakanal seit der Fertigstellung der Kapazitätserweiterung 2016. Bis 1989 hat Panama unter einer schlimmen Militärdiktatur gelitten – bis der Diktator den USA den Krieg erklärt hat, was als Land mit halb so vielen Einwohnern wie die Schweiz wohl nicht der schlauste Schritt ist. Der „Krieg“ und die Diktatur nahm damit nach nur ein paar Tagen ein Ende und der Diktator musste fliehen. Seither herrscht Demokratie, aber trotzdem hatte Panama noch lange mit Korruption und anderen politischen Schwierigkeiten zu kämpfen.
Wir sind gespannt was uns in diesem kleinen Land noch erwartet.

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Ein paar Tiere, die wir auf dem Osa Peninsula angetroffen haben:

Ficuz la Raiz

Nebelwald, Quetzals zum Zweiten und bananige Erkenntnisse in Costa Rica

Fikusbaum-Brücke bei Monteverde

Monteverde

Nach dem Beach Hopping und den Flussdurchquerungen auf dem Nicoya Peninsula fuhren wir weiter aufs Festland Costa Ricas nach Monteverde. Monteverde ist berühmt für seine als Nationalparks geschützten Nebelwälder. Nebel- oder auch Wolkenwälder sind höher gelegen als Regenwälder und sind dem Namen gemäss meist von Nebel und Wolken umhangen, welche für eine mystische Atmosphäre sorgen. Die mit der Höhe verbundenen kälteren Temperaturen, aber auch die gebirgige Topographie mit seinen Temperaturunterschieden führt zur Kondensierung der Feuchtigkeit und damit zu diesem beinahe konstanten Nebel in den höheren Lagen. Die Flora des Nebelwald ist zwar weniger hoch, aber genau so üppig grün wie im Regenwald, mit viel Farn, Moos und anderen Epiphyten (Pflanzen, die auf anderen wachsen). Da es für Nebelwald sehr spezifische Grundvoraussetzungen braucht, besteht nur 1% des Waldes auf der Erde aus Nebelwald. Leider ist dieser Prozentsatz aufgrund von Klimaerwärmung und der Abholzung zunehmend bedroht, was auch gravierend für die Flora und Fauna ist, für welche diese Waldart optimaler Lebensraum bietet.
Wie bereits geschildert ist Costa Rica sehr teuer und wir versuchen momentan sparsam zu leben, da uns mit dem Übersetzen nach Kolumbien via Containerschiff fürs Auto und via Segelschiff für uns bald sehr hohe Ausgaben erwarten. So entscheiden wir uns gegen den Besuch der beiden Nebelwald-Nationalparks. Stattdessen finden wir mithilfe unsrer geliebten, täglich genutzten App iOverlander einen frei zugänglichen Wanderweg der sich ausserhalb der Nationalparks genau dazwischen befindet und somit genauso durch Nebelwald führt. Ziemlich ab vom Schuss wurde dieser Weg wohl schon wochenlang nicht mehr belaufen und so kommt richtiges Indiana Jones – Feeling auf, als wir uns mit Machete bewaffnet durch den überwachsenen Weg kämpfen. Ausnahmsweise ist es auch im Nebelwald strahlend sonnig und somit fehlt ein wenig die mystische Atmosphäre, dafür sehen wir ziemlich weit.

La Fortuna und San José

Durchs bergige grüne Costa Rica fahren wir eine wunderschöne Strecke nach La Fortuna. Unterwegs machen wir einen kurzen Zwischenstopp beim Lake Arenal mit dem schön symmetrischen Arenal Vulkan als Kulisse. Bei La Fortuna gibt es einen durch die Geothermik des Vulkans aufgeheizten heissen Fluss, in welchem man baden kann. Dank der Ministromschnellen fühlen wir uns wie im Whirl Pool. Es ist sehr entspannend, insbesondere als es in Strömen an zu regnen fängt, wir uns im heissen Wasser befinden während gleichzeitig von oben der kühle Regen auf uns gisst. Zu unsrem angestrebten Übernachtungsspot kamen wir danach nicht mehr ganz – er war auf der anderen Seite eines Flusses, den man normalerweise gut durchqueren kann, der aber durch den Regen zum reissenden Strom geworden ist. So übernachten wir einfach vor der Flussdurchquerung. Danach fahren wir für ein paar Erledigungen zur Hauptstadt San José. Bei der Ausreise per Land nach Mexico wurde unsere Ausreise nicht von der USA registriert (Mexico zählt aber sowieso nicht als definitive Ausreise, erst Belize). Nun versuchen wir den US Behörden zu beweisen, dass wir pünktlich ausgereist sind, damit wir in Zukunft keine Probleme haben, in die USA einzureisen. Dafür haben wir einen langen Brief geschrieben, jede Menge Kopien und Ausdrucke von allen möglichen Beweismitteln (Passstempel, Kreditkarten-Abrechnungen, Visas etc.) gemacht und schicken das nun alles per DHL in die USA und hoffen, dass damit alles ok ist.

Cahuita Nationalpark an der Karibikküste

Anouk im Cahuita Nationalpark

Weiter fahren wir an die Karibikküste. Hier laufen wir im Cahuita Nationalpark vom einen zum anderen Ende, was uns mit dem Rückweg einen knappen Tag lang beschäftigt. Der Weg führt durch Dschungel direkt am Meer und mit ein wenig Glück kann man viele Tiere sehen. Wir sehen Äffchen (Kapuziner- und Brüllaffen), riesige knallblaue Schmetterlinge, Nasenbärenfamilien und einige Faultiere, leider entweder weit weg oder am schlafen, deswegen hats auch keine guten Fotos gegeben. Später geniessen wir im Meer die Wellen und spülen uns den Wanderschweiss ab. Beim Übernachtungsplätzchen direkt am Meer haben wir Nachbarn – 2 Faultiere im Baum daneben, allerdings auch diese die ganze Zeit schlafend. An der Karibik ist es schwieriger einsame sichere Übernachtungsplätze zu finden und so fahren wir zurück zum Pazifik.

Quetzals, Bananen, Wasserfälle und der Pazifik

Unterwegs legen wir einen Stopp bei San Gerardo in den Bergen ein. Verrückt wie Costa Rica, obwohl so schmal und an beiden Rändern auf Meeresspiegelhöhe, in der Landesmitte Berge bis zu 3800 Meter besitzt, von welchen man an klaren Tagen auf beide Meere sehen kann. Auf 3400 Meter übernachten wir und geniessen es, dass mal wieder angenehme kalte Temperaturen über Nacht herrschen. Wir schaffen es fast zum Sonnenaufgang aufzustehen und gehen dann auf Quetzalsuche. Es soll in den Wäldern Quetzals geben und wir sind immer noch auf der Suche nach dem wunderschönen vom Aussterben bedrohten Nationalvogels Guatemalas. Leider bleiben wir trotz dem frühen Aufstehen einmal mehr erfolglos.

Naucaya Waterfall

Weiter wollen wir den Naucaya Wasserfall besuchen. Dieser ist von beiden Flussseiten zugänglich, bei der einen muss man aber ein paar Kilometer wandern. Beim nähren Eingang mit kürzerem Wanderweg zum Wasserfall werden 20 Dollar pro Person verlangt, was wir dankend ablehnen. Auf der Karte sehen wir aber weitere Wege und so landen wir über aufregende, schon lange nicht mehr befahrenen Landwege mit beunruhigenden Hängebrückchen, steilen Strassen voller Lehm und Matsch, und umgefallenem, die Strasse versperrendem Riesenbambus beim anderen Eingang des Wasserfalls. Dieser kostet nur halb soviel ist aber normalerweise mit 2 stündiger Wanderung verbunden (die Wanderung bleibt uns durch unseren abenteuerlichen Landweg erspart). Wir geniessen den prächtigen Wasserfall und eine kurze Erfrischung darin. Wir müssen aber zugeben dass wir auf dieser Reise schon deutlich schönere Wasserfälle gesehen haben (für deutlich weniger Geld). Costa Rica ist in vielen Bereichen wunderschön und einzigartig, aber mit den mittelmässig tollen und völlig überlaufenen 20 Dollar-Wasserfällen können wir uns nicht anfreunden.

Unser Übernachtungsspot am Playa Linda

Auf dem Weg zum Pazifik finden wir endlich mal reife Bananen an Pflanzen auf öffentlichen Grund, welche wir natürlich gleich probieren müssen. Ziemlich überrascht stellen wir fest, dass sie alle voller grosser schwarzer Samen sind. Eine Googlesuche später wissen wir, dass es sich um natürliche Bananen handelt, während alle Bananen, die wir essen, gezüchtet sind. Die kleinen schwarzen Punkte bei den Essbananen sind die zurückgezüchteten Samen, die sich nicht mehr entwickeln. Somit wurde gerade ein wenig unser Weltbild zerstört. Probieren tun wir trotzdem – sie schmecken gleich wie die gezüchteten Bananen, sind aber aufgrund der vielen harten Kerne ungeniessbar. Am Pazifik finden einen wundervollen Platz am Meer zum übernachten mit endlosem palmgesäumten Sandstrand. Es hat fast keine anderen Menschen, die Wellen haben genau die richtige Höhe für Raphis neues Bodyboard und der Sonnenuntergang ist auch schön. Nur die besonders zu Randzeiten aktiven Sandflöhe sind mühsam. So klein wie sie sind kommen sie durch jedes Mückennetz und belästigen einem somit schon nach Sonnenaufgang um 05.00 Uhr morgens im Bett.
Nun steht als Nächstes noch die Erkundung des dschungelreichen Osa Peninsulas an, bevor wir ins letzte Land Zentralamerikas reisen – Panama.

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Unser letzter Übernachtungsspot mit Sonnenuntergang:

Ein Platz am schwarzen Sandstrand

Auto-Rettungsmissionen und Flussdurchquerungen in Nicaragua und Costa Rica

Der Land Cruiser auf der Fähre

Isla de Ometepe

Nicaragua besitzt den grössten See Zentralamerikas, den Lago de Nicaragua. Mitten drin sitzt die Isla de Ometepe, die mit 270 km² grösste Vulkaninsel auf einem See weltweit. Sie besteht aus 2 Vulkanen und kann trotz der Grösse in ein paar wenigen Stunden einmal umrundet werden. Wir nehmen die Fähre auf die Insel, um dort 2 Tage zu verweilen. Für einmal ist dies ein erfrischend unkomplizierter Prozess und nach 1.5 Stunden sind wir auch bereits auf der Insel. Da man die Vulkane nur im Rahmen von geführten Ganztagestouren besteigen kann, verzichten wir darauf und möchten deswegen einen Wasserfall besuchen.

Der Mazda im See

Auf dem Weg werden wir von mit Händen fuchtelnden Locals angehalten. Völlig baff sehen wir, dass da ein weisses Auto ca. 10 Meter weit vom Ufer im See steckt. Schon alleine von der Strasse zum Ufer ist der Abstand mindestens 20 Meter lang. Mit der Machete befreien wir den Absprung zum See vom gröbsten Gestrüpp und fahren über die Felsen runter. Es stellt sich heraus, dass der norwegische Fahrer des Mazdas Gas und Bremse verwechselt hat und mit dem Auto über den Absprung im See gelandet ist, wobei der See das Auto dann noch weiter raus getrieben hat. Gut, dass niemand verletzt wurde. Dummerweise wurde automatisch der Notfallmodus des Autos aktiviert, welcher die elektrische Handbremse zog und wir diese nicht lösen konnten. Somit hat die Rettungsaktion mehrere Stunden gedauert. Zuerst brauchten wir viele Anläufe bis wir den Mazda auf unseren Sandblechen aus dem See ziehen konnten. Dann haben wir die Räder gelöst, um den Motor der Handbremse zu entfernen und sie so versucht zu lösen. Ohne gelöste Handbremse wäre es unmöglich gewesen, den Vorsprung auf die Strasse zu überwältigen. Nach langem Hin und Her haben wir es geschafft und mussten dann ein paar Äste eines Baumes absägen, um den Vorsprung mit dem Land Cruiser hochfahren zu können und das Auto hinterherzuziehen. Mit „wir“ ist dabei hauptsächlich Raphi gemeint und ein paar Locals. Irgendwann war alles geschafft und der Mazda stand auf der Strasse, parat für den Mechaniker.

Unser Spot am See mit Vulkankulisse

Für den Wasserfall wars dann auch zu spät und so fanden wir ein Übernachtungsort am Seeufer, wo wir sicher freistehen konnten. Als nebendran ein Boot von lokalen Fischern voller Holz ankommt bindet Raphi das Holz ans Auto, lädt die Fischer auf und fährt es zu ihnen ins nächste Dorf nach Hause. So macht man sich bei den Locals beliebt.
Am nächsten Tag versuchen wir es das zweite Mal mit dem Wasserfall. Mit dem Land Cruiser können wir einen Grossteil der Strecke per 4×4 Track überwältigen. Danach müssen wir trotzdem noch wandern, was in der Hitze ziemlich schweisstreibend ist. Auf die Erfrischung am Wasserfall freuten wir uns zu früh, die paar Tröpfchen (es ist erst Beginn der Regensaison) reichen nicht, um den Schweiss wegzuwaschen. Dafür geniessen wir die Gesellschaft von vielen wunderschönen Schmetterlingen und Brüllaffen. Am Abend finden wir einen schönen Ort für den Sonnenuntergang, wo wir auch gleich übernachten können.

Playa Popoyo in Nicaragua

Am nächsten Tag nehmen wir die Fähre zurück aufs Festland. Unseren letzten Tag und Nacht in Nicaragua möchten wir noch an der Küste verbringen. Auch dieser Küstenabschnitt ist beliebt bei Surfern und so finden wir sogar ein Campingplatz mit richtiger Ausstattung. Die umfangreiche Einrichtung müssen wir ausnutzen und so geniessen wir vor lauter Putzen und Waschen kaum den Strand – es reicht bloss für einen kleinen Spaziergang zu Gezeitenpools.

Fazit Nicaragua

Ja, Nicaragua hat uns sehr gefallen mit Ausnahme vom Hotel in León und der politischen Entwicklung. Es gab viel zu sehen, viele Tiere (Affen, wunderschöne Vögel und Schmetterlinge), hübsche Städte, überraschend viele relativ wilde Orte. Die Menschen waren sehr nett und herzlich und wir fühlten uns stets sicher -so sicher, dass wir oft freistanden. Es ist definitiv ein Land, welches wir wieder besuchen würden und von welchem wir denken, dass es grosses Potential hat. Wir haben aus Zeitgründen nur einen kleinen Teil gesehen – es wäre sicher spannend gewesen, auch die kaum erschlossene Karibikküste zu erkunden.

Einreise nach Costa Rica

So machen wir uns am nächsten Morgen wehmütig auf zur Grenze. Die Ausreise aus Nicaragua ist deutlich komplizierter und mühsamer als die Einreise. Auch hier haben wir Angst, dass wir doch noch durch den Scanner geschickt werden und uns die Drohne weggenommen wird. Die Frau vom nicaraguanischen Zoll scheint auch ein wenig sadistisch veranlagt zu sein – Leute die sie nicht mag, nimmt sie auseinander. Auch uns fragt sie einige Male, ob wir eine Drohne dabei haben und überlegt sich uns durch den Scanner zu schicken. Wir benehmen uns so gut und höflich wie möglich. Sie scheint uns zum Glück zu mögen und lässt uns ohne tiefergreifende Kontrollen durch. Auch die Einreise nach Costa Rica ist umständlich, aber verläuft dann ebenfalls reibungslos.
Wie waren im November ja bereits 2 Wochen in Costa Rica, um unsere USA Aufenthaltsbewilligung um nochmals 3 Monate zu verlängern.

Ein Plätzchen am einsamen Strand auf dem Nicoya Peninsula

Nachdem wir den Rest von Zentralamerika kennen, ist die Rückkehr nach Costa Rica ziemlich ernüchternd. Es ist verdammt teuer, wir sehen mehr Gringos als Einheimische, es ist alles geordnet, es gibt keine Strassenverkäufer oder Fruchtstände mehr und keine Tiere auf der Strasse. Nur die Strassen sind gleichbleibend miserabel, wenn nicht sogar schlechter. Anhand der Kommentare bei potentiellen Übernachtungsplätzen anderer Reisender ist es auch nicht sicherer – im Gegenteil wir lesen viel mehr von Überfällen, wobei es natürlich hier auch mehr Reisende gibt. Eine positive Beobachtung machen wir aber dennoch: Es liegt viel weniger Müll rum, als in den anderen von uns besuchten Ländern Zentralamerikas. Und es fehlen zwar die grösseren Tiere auf der Strasse, aber durch die viele Krebse, die sich auf der Strasse sonnen, wird die Fahrt trotzdem zum Spiessrutenlauf. Und wir freuen uns aufs Freistehen an Traumstränden und eine vielfältige Tierwelt.

Nicoya Peninsula

Raphi holt Mangos von den Bäumen

Die ersten Tagen verbringen wie mit Beach Hopping auf dem Nicoya Peninsula. Wir fahren einfach von Strand zu Strand und wo es uns gefällt bleiben wir für eine Nacht. Da alle Sehenswürdigkeiten und Nationalparks so teuer sind (pro Person 20 USD oder mehr), haben wir kein schlechtes Gewissen den Grossteil auszulassen. Vieles kennen wir ja auf die ein oder andere Weise schon vom Besuch im November oder weil wir es in den Nachbarländern oder Mexico ähnlich gesehen haben. Es tut uns gut einmal ein nicht so volles Programm zu haben wie sonst. Es ist Beginn der Regensaison und oft regnet es für kurze Zeit am Nachmittag und einmal auch gleich einen ganzen Tag lang. Die „Strassen“ sehen auch dementsprechend aus und sind manchmal richtige Schlammlöcher oder halbe Bäche. Schon am zweiten Tag müssen wie wieder ein Auto aus einem Schlammloch rausziehen. Lustigerweise hat ein anderes Auto angehalten, um zu schauen oder zu helfen, welches dann ebenfalls gleich feststeckte, womit wir dieses ebenfalls rausziehen musste. Die vielen Flussdurchquerungen sind auch spannend: Man weiss nie wie tief das Wasser ist und wenn man Krokodile drinnen schwimmen sieht, hat man auch keine grosse Lust das zuerst zu erkunden. Wir haben Freude am Baden in den wilden Wellen im Pazifik, finden einsame Plätze an einsamen Stränden und sammeln jede Menge Mangos und Kokosnüsse zum Essen. Nächste Woche wollen wir dann noch ein wenig mehr unternehmen 🙂

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Zeitraffer von der Isla Ometepe nach Sonnenuntergang:

Sonnenuntergang von unserem Airbnb aus

Freche Äffchen und riesige Wellen an der Pazifikküste Costa Ricas

Nach der ersten Woche an der Karibik und im Landesinnern haben wir die zweite Woche in Costa Rica hauptsächlich an der Pazifikküste verbracht und sind das erste Mal dieser Reise viel und ausgiebig ins Meer.

Sonnenuntergang bei unserem Airbnb

Manuel Antonio

Gestartet sind wir in Manuel Antonio, einem Touristendorf neben einem gleichnamigen Nationalpark. Der Nationalpark, bestehend aus Regenwald und Stränden ist relativ klein, aber der meistbesuchte in Costa Rica. Auch um den Nationalpark herum ist alles Regenwald. Wir hatten ein Airbnb gebucht, welches aus einem Bungalow in einer riesigen Hotelanlage besteht. Es war ein Paradies im Dschungel. Von den anderen Gästen bekamen wir fast nichts mit, da die Gebäude so breit gestreut waren. Es gab sogar eigene Wanderwege. Wir hatten eine Aussenküche auf dem Balkon umringt von Dschungel und mit Blick aufs Meer. Es kam ständig Besuch – von Äffchen, Akunis, Waschbären, Iguanas und Tukanen. Wir sahen also auf dem Balkon fast mehr Tiere als im Nationalpark 🙂. Neben Kapuzineraffen kamen auch die bedrohten zentralamerikanischen Totenkopfäffchen – diese waren waren besonders süss und überhaupt nicht schüchtern. Hauptsächlich aufgrund von Waldrodungen gibt es leider nur noch sehr wenige.
Aber die Niedlichkeit täuscht – die Affen können ganz schön frech sein:

Totenkopfäffchen auf unserem Balkon

Zwar war unser Kühlschrank mit einem zusätzlichen Mechanismus gegen Affen versehen, aber über Nacht schafften sie es trotzdem den Kühlschrank aufzumachen, unser Frühstück zu essen und auf dem ganzen Balkon eine riesige Sauerei zu veranstalten. Diese Affen sind schlau, sie haben ein IQ in der Höhe eines 5-Jährigen. In der zweiten Nacht verblockten wir zusätzlich alles mit Stühlen und verriegelten den Kühlschrank mit Schnüren. Dies half.
Für den Besuch des Nationalparks haben wir dieses Mal eine Führung gebucht, da die Führer viel mehr sehen als wir Laien und natürlich auch viel interessantes Hintergrundwissen haben. Grad die vielen kleineren Tiere hätten wir wohl ohne Guide kaum entdeckt. So zum Beispiel die Tent-Building Bat unter einem riesigen Blatt, die ihrem Namen entsprechend jeweils ein Zelt baut in dem sie ein Blatt umknickt, damit sie darunter hausen kann. Oder der Helmbasilik, auch Jesus Christ Lizard auf Englisch genannt, da diese Echsenart auf Wasser gehen kann. Auch von den roten Landkrabben sahen wir viele. Diese leben das Jahr über im Landesinnern, nur einmal im Jahr, ca. im Juli stürmen sie massenweise die Strände, wo sie sich dann paaren.
In Manuel Antonio haben wir es das erste Mal auf dieser Reise in den Pazifik geschafft. Es war herrlich – die Wellen waren gewaltig und das Wasser hatte die perfekte Temperatur. So kann man stundenlang im Wasser bleiben – mit den Wellen wirds nie langweilig und kalt wird es auch nicht.

Ein anderes Mal haben wir einen Ausflug in den Parque Nacional Marina Bellena gemacht. Der Nationalpark schützt maritimes Gebiet welches von Buckelwalen zur Migration genutzt wird. Um Wale zu sehen hätten wir wohl mehr Geduld gebraucht oder eine Bootstour buchen müssen. Aber auch die Küste ist sehenswert: Die wunderschönen von Palmen umsäumten Stränden bilden bei Ebbe eine Bank, die von oben aussieht wie eine Walfischflosse und zu dessen mit Krebsen /Fischen besiedelten Gezeitenpools man bei Ebbe rauslaufen kann.

Playa Grande

Sonnenuntergang in Playa Grande

Unsere zweite Hälfte verbrachten wir in Playa Grande, ein Ort oberhalb von Tamarindo – als Touristenhotspot deswegen auch als Tama-gringo bekannt. Ursprünglich haben wir Playa Grande gebucht, da Lederschildkröten zu dieser Jahreszeit da nisten und man dies innerhalb einer Tour miterleben kann. Leider wurden in dieser Saison noch keine gesichtet, womit die Tour ausfiel.
Wir hatten trotzdem eine tolle Zeit. Im Gegenteil zum touristischen Tamarindo ist Playa Grande sehr entspannt, hat einen 5 Kilometer langen Strand, auf welchem kaum andere Leute anzutreffen sind und eine sehr beschränkte Infrastruktur. Zum Baden ist es mit den hohen Wellen wieder fantastisch und so haben wir die meiste Zeit im Meer verbracht. Das Wetter war endlich durchgehend schön und jeden Abend gabs tolle Sonnenuntergänge.
In der Gegend sind viele weitere kaum erschlossene und einsame Traumstrände vorhanden. Einen haben wir auf der Suche nach Meereshöhlen, die es da haben soll besucht. Die Höhlen haben wir leider nicht gefunden aber winzige, bei Ebbe begehbare Inseln erkundigt.

Arenal

Auf dem Weg zurück nach San José verbrachten wir noch eine Nacht beim Arenal Vulkan. Der Vulkan ist der berühmteste Costa Ricas, da er bis vor kurzem (2010) regelmässig ausgebrochen ist und er mit seiner symmetrischen Kegelform sehr klassisch aussieht. Tatsächlich haben wir es nie geschafft ihn zu sehen, da er immer von Wolken umhangen war. Stattdessen haben wir daneben einen Regenwald-Park mit vielen Hängebrücken besucht und wieder mal tolle Tierwelt und üppige Vegetation (diesmal teils auch von oben) genossen, bis es wieder mal aus Kübeln angefangen hat zu giessen.

Rückreise

So schnell waren unsere zwei Wochen dann auch zu Ende. Zurück in San José müssen wir für den Flug zum Drive Through Covid Test. Dann bringen wir das Auto trotz unzähligen Schlaglöchern und waghalsigen Fahrmanövern der Locals heil zum Vermieter zurück. Nun hiess es leider bereits wieder Abschied nehmen von Andrea und Marius. Immer wieder Abschied nehmen zu müssen ist eindeutig das Schwierigste am Reisen.
Costa Rica hingegen sehen wir vielleicht schon bald mit dem Land Cruiser wieder 🙂.
Die Ankunft in LA war dieses Mal richtig nervenauftreibend. Wir wurden bei der US Passkontrolle rausgenommen und separat verhört, was zusammen mit der Warterei in einem kleinen Raum ca. 3 Stunden gedauert hat. Nachdem wir uns im Nichtwörtlichen Sinne komplett die Hosen runtergelassen haben und die Beamten jedes Detail unser Umstände kannten wurden wir zu unserer grossen Erleichterung doch noch reingelassen. Nun verbringen wir noch ein paar Tage in LA bevors weiter geht.

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Tukan im Tierspital

Strand-, Regenwald- und Vulkanferien in Costa Rica

Da unsere 3 Monate Maximalaufenthalt in den USA zu Ende sind, müssen wir aus dem NAFTA-Raum ausreisen. Der günstigste Flug führte nach Costa Rica und so verbringen wir nun 2 Wochen in diesem wunderschönen kleinen Land. Und das Beste daran ist, dass wir das erste Mal Besuch bekommen 🙂 Mit unseren aus der Schweiz eingereisten Freunden Andrea und Marius reisen wir nun im Mietauto von Airbnb zu Airbnb. Der Land Cruiser wartet in LA auf uns.

San José

Angekommen sind wir in San José, der Hauptstadt Costa Ricas. San José hat zwar weder spektakuläre noch zahlreiche Sehenswürdigkeiten, aber wahrscheinlich gerade deswegen war die Stadt relativ untouristisch und wirkte auf uns authentisch und sympathisch. So sind wir die ersten anderthalb Tage ruhig angegangen, haben das Wiedersehen genossen, sind durch die Stadt mit den vielen kleinen schönen Parks spaziert und haben auf dem lokalen Samstags-Bauernmarkt das erste Mal lokal gegessen.

An der Karibikküste in Puerto Viejo

Puerto Viejo

Nach San José haben wir unser Mietauto abgeholt und sind damit zur Karibikküste gefahren nach Puerto Viejo. Die Küste ist voll mit Stränden, Kokospalmen, Regenwald bis zum Strand und vielen wilden Tieren. So haben wir bei Strandspaziergängen unser erstes Faultier entdeckt. Dieses sass gerade am Boden und verrichtete sein wöchentliches grosses Geschäft. Faultiere verbringen die ganze Zeit in den Bäumen ausser eben einmal wöchentlich, wo sie runterklettern, um am Boden auf die Toilette zu gehen. Immer wieder wurden wir von äusserst lautem Gebrüll erschreckt. Erst später fanden wir heraus, dass es keine benachbarte Riesenwildkatze war, sondern Brüllaffen, die wir ebenfalls gesehen haben. Brüllaffen sind die zweitlautesten Land-Säugetiere der Welt, man hört sie in bis zu 4-5 KM Entfernung. Nur Fledermäuse sind lauter, deren Frequenz ist allerdings so hoch, dass Menschen sie gar nicht hören können.

Dann haben wir eine Kakaoplantage besucht, die zufällig einem vor ca. 30 Jahren ausgewandertem Schweizer gehörte. Er hat uns den ganzen Prozess von der Bohne bis zur fertigen Schokolade gezeigt. Dabei durfte man die Zwischenprodukte auch jeweils probieren – eine spannende Erfahrung, gerade wenn man Schokolade liebt 🙂 . Überrascht hat uns u.a. die Süssigkeit des Fruchtfleisches der Kakaobohne, aber auch der hohe Aufwand für die Herstellung von Schokolade im Verhältnis zu sehr geringem Ertrag. 

Einen Morgen haben wir im Gandoca-Manzanillo-Naturreservat verbracht. Dieser üppige Regenwald mit hübschen Schmetterlingen, weiteren Faultieren und sonstigen Tieren hat uns ebenfalls gefallen. Leider wurden wir von strömendem Regen überrascht und so wurden wir pflotschnass und mussten umkehren. Die Regenzeit ist leider noch nicht ganz vorbei. Den regnerischen Nachmittag haben wir unter anderem damit verbracht die Kokosnüsse unsrer Hauspalme mit Steinen zu bewerfen bis eine runtergefallen ist und wir sie essen und das Kokoswasser trinken konnten. Sehr lecker und so frisch eindeutig besser als die meisten, die man an Strassenständen kaufen kann. Freude hatten wir auch an den Agutis die sich bei uns herumtrieben. Agutis sind relativ grosse (ca. 50cm lange) Nagetiere, die aussehen wie zu gross geratene Meerschweinchen.

Ein anderes Mal haben wir eine Tour durch das Tierspital Jaguar Rescue Center gemacht und vieles über die bunte Tierwelt Costa Ricas gelernt. Im Tierspital werden angeschlagene Tiere gepflegt und dabei unterstützt selbstständig überleben zu lernen, bevor sie wieder ausgewildert werden. Oft sind es Tiere, die illegal als Haustiere gehalten wurden (in Costa Rica ist es verboten einheimische Tiere als Haustiere zu besitzen). Die besonders Kranken, welche selbstständig nicht mehr überleben können, bleiben permanent im Tierspital – wie zum Beispiel ein psychisch kranker Tukan, der sich die Federn ausrupft oder eine Margay-Wildkatze, die beim Versuch der Auswilderung immer wieder zurückgekehrt ist und die anderen Wildtiere im Tierspital angegriffen hat.

Irazú Vulkan

Nach Puerto Viejo sind wir zurück in die Nähe von San José in das bergige Landesinnere. Mit den vielen grünen Wiesen, Kühen und Landwirtschaft kommt man sich fast vor wie in der Schweiz. Nur die bunten Häuser oder die Bewirtung der Felder durch Pferde und Büffel statt Maschinen erinnern daran, dass dies nicht der Fall ist. Dort haben wir eine Nacht in einem süssen Airbnb auf einem Bauernhof mit wunderbarer Aussicht (wenn der Nebel mal weg war) auf die Stadt Cartago und San José verbracht. Der Hühnerstall war direkt neben unserem Bungalow und zum Frühstück wurden deren Eier offeriert. Da wir früh auf mussten, konnten wir sie leider nicht probieren. Ziel war der Irazú Vulkan. Dieser ist mit über 3400 Metern der höchste Vulkan in Costa Rica. Er ist zwar noch aktiv, ist aber das letzte Mal 1994 ausgebrochen. Oft ist der Krater mit einem wunderschönen grün-türkisen Kratersee gefüllt, welcher bei unsrem Besuch leider nur ein braunes Pfützchen war. Bei klarem Wetter sieht man vom Vulkan aus sowohl die Pazifik- als auch die Karibikküste. Meistens und auch bei uns war das aber nicht der Fall und so genossen wir stattdessen die Aussicht auf ein Nebelmeer.

Krokodil im Río Tárcoles

Krokodile im Río Tárcoles

Auf dem Weg zur Pazifikküste machen wir ein Zwischenstopp bei der «Crocodile Bridge» über den Rio Tarcoles. Der Fluss wimmelt von Krokodilen und von der Brücke sieht man sie sehr gut. Nur schade, dass dies inzwischen sehr kommerzialisiert wird und teils die Krokodile sogar gefüttert werden.

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Gefahrene Kilometer seit Reisebeginn