Devil's Bridge

Inmitten von Red Rocks, Hoodoos, Aliens und Tropfsteinhöhlen

Monument Valley

Unsere Flucht von Utah in den Süden nach Arizona hat uns durchs Monument Valley geführt, eines der wohl berühmtesten USA-Roadtrip-Fotomotive.
Das Monument Valley ist Teil des Navajo Reservats, dem grössten Indianerreservat der USA. Wir hatten Glück – die Scenic Drive hatte geöffnet und so konnten wir durch die bis zu 300 Metern hohen, imposanten Sandsteinfelsformationen, -türmen und -tafelbergen fahren. Bisher hatten auf unsrer Reise viele Indianerresevate und deren Sehenswürdigkeiten aufgrund von Covid noch geschlossen.

Sedona

Devil’s Bridge

Weiter gehts nach Sedona. Ziemlich überrascht sind wir an der Menge an (Mit-)Touristen. Während wir in den letzten Wochen viele Spots für uns alleine hatten, scheint sich der gesamte US-Tourismus auf Sedona konzentriert zu haben. Sedona ist auch wirklich eine wunderschöne romantische Kleinstadt umgeben von roten Berglandschaften (Red Rock Country) und Kieferwäldern. Da Sedona tief gelegen ist, sind auch die Temperaturen um mindestens 10 Grad wärmer als eine halbe Stunde weiter nördlich. Die Stadt selbst ist mit ihren Galerien und Spas sehr hübsch und aufgrund der spirituellen Kraft, die den Bergen um Sedona zugeschrieben wird, ist der Ort ein Zentrum der New Age Bewegung. In der Umgebung kann man wunderbar wandern, offroaden und sonst aktiv sein und durch das Vorhandensein zahlreicher Social Media Hot Spots wie Höhlen oder Steinformationen wie die Devils Bridge möchte jeder dahin und ein Foto machen (ja, wir sind nicht besser 😊).

Chapel of the Holy Cross in Sedona

Am ersten Tag waren wir zu spät bei allen Wanderungs-Ausgangspunkten – alle Parkplätze weit und breit waren besetzt, die Warteschlange riesig. Da wir beide noch angeschlagen/erkältet waren, war dies eine gute Ausrede uns auf öffentliches BLM Land zurückzuziehen und uns im Land Cruiser auszukurieren.
Die nächsten Tage sind wir dann früh aufgestanden, fanden direkt ein Parkplatz und mussten dann auch nicht anstehen bei irgendwelchen Foto Hotspots. Wir haben kleine Wanderungen zu Devils Bridge, Subway Cave / Keyhole Cave (sieht tatsächlich aus wie eine U-Bahnstation oder ein Schlüsselloch), den Cathedral Rocks mit Rundumaussicht und dem Soldier Pass Cave (einer weiteren Höhle) gemacht. So früh am morgen hatten wir die Orte auch noch fast für uns alleine (wir lasen, dass man für ein Foto bei der Devils Bridge teils über eine Stunde anstehen muss – in der Nebensaison!) und konnten uns auch Zeit lassen die entsprechenden Höhlen zu erkundigen. Wie es hier zur Hauptsaison aussieht wollen wir nicht wissen. Es hat definitiv Spass gemacht und das Red Rock Country ist wunderschön, aber wir sind auch froh, als wir dann weiterfahren und diese Touristenhochburg hinter uns lassen können.

Raphi und sein Hoodoo-Kumpel

New Mexico

Da wir Anfang Januar nach Mexiko einreisen möchten müssen wir langsam weiter und so reisen wir Richtung Westen in den Bundesstaat New Mexico. Die Strecke auf der Autobahn dahin war krass: Innerhalb von 4 Stunden Fahrt sahen wir ca. 15 umgekippte oder eingeknickte Lastwagen neben der Autobahn. Dies war wohl Resultat von Schnee- und Windstürmen in der Nacht davor. Auch New Mexiko kennen wir bereits ein bisschen und so lassen wir Hot Spots wie den wunderschönen White Sands National Park aus.
Im Norden New Mexikos, extrem abgelegen gibt es viele Orte die durch Erosion geformte Steinformationen – Hoodoos, bestückt sind. Wir machen uns auf zur Ah-Shi-Sle-Pah Wilderness Study Area. Leider sind wir damit wieder zurück in Kälte und Schnee. Weit und breit sind wir die Einzigen, mit Ausnahme von 2 Koyoten. Wir hören sie zwar fast jede Nacht, aber dies ist das erste Mal, dass wir sie zu Gesicht bekommen, wenn auch weit entfernt. Wir geniessen den Spaziergang durch die witzigen und bizarren Formationen, die oft wie Pilze, Menschen oder ähnliches aussehen (sogar das Smartphone hält ein Hoodoo für ein Gesicht beim Fotografieren). Es gibt auch immer noch viele Fossilien und versteinerte Bäume / Baumstümpfe in der Gegend zu entdecken.

Montezuma Hot Springs bei Mondschein

Einen weiteren Halt Richtung Westen machen wir bei den natürlichen Montezuma Hot Springs. Das Wasser der Hot Springs wird in verschiedene Steinpools geleitet, welche je nach Entfernung zur Quelle unterschiedliche Temperaturen haben. Das heissteste ist ca. 50 Grad und wird auch Lobster Pod (Lobstertopf) genannt, da man nach einem Bad knallrot ist. Im Wechselspiel aus Pause an der kalten Luft und dann wieder ab in die Hot Springs ist das Bad extrem angenehm.
Freiwillige Locals putzen die Quellen regelmässig. Ein paar davon lernen wir kennen und lauschen deren Geschichten über deren Vorfahren und New Mexico bei Fast-Vollmondschein während einem wunderbaren Bad in den Hot Springs – extrem entspannend.

Im International UFO Museum & Research Center

Ebenfalls vorbei kommen wir an Roswell. Das Städtchen ist berühmt für den sogenannten Roswell Incident, ein angeblicher Absturz eines UFO’s 1947, der Behauptungen zufolge von der Air Force vertuscht worden war. Dank dem Zwischenfall wurde das Städtchen zur UFO Hauptstadt erkoren. Überall gibt es entsprechende Statuen und Souvenirläden. Im International UFO Museum and Research Center lassen wir uns von Verschwörungstheorien berieseln und lernen alles was wir schon immer wissen wollten über Alien-Entführungen und UFO Begegnungen 😊

Sitting Bull Falls

Auf dem weiteren Weg statten wir noch den Sitting Bull Falls einen Besuch ab – schöne ca. 50 Meter hohe Wasserfälle (leider gerade mit wenig Wasser) durch zerklüfteten Stein inmitten der Wüste. Dann ist unser letzter New Mexico Stop für uns der Carlsbad Caverns National Park.
Der Park ist bekannt für seine 83 Tropfsteinhöhlen, darunter den mit 1.2km Länge und 200m Breite grössten Höhlenraum Nordamerikas – dem Big Room. Dieser gewaltige, an eine Kathedrale erinnernde Höhlenraum mit den kleinere Seitenkammern und den tausenden von der Decke hängenden Stalaktiten aber auch anderen teils riesigen Formationen, Stalagmiten und Popcorn war wirklich sehr eindrücklich.

Nun heisst es für uns noch einen Tag opfern um die undichten Seitenfenster abzudichten bevor wir anfangen Texas zu erkunden und dann in San Antonio Weihnachten feiern. 

Wir wünschen allen fröhliche Weihnachten und besinnliche Festtage!

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Gefahrene Kilometer seit Reisebeginn