Isla Contoy

Endlich gehts los – unsere 1. Woche Mexico

Endlich ist es soweit und unsere lang ersehnte Weltreise kann starten – mit 2 Wochen in Mexico bevor wir in die USA einreisen dürfen und unseren Land Cruiser abholen können. 

Der Flug über Madrid nach Cancun ging gut und auch an das non-stop Maske tragen gewöhnt man sich schnell. Wir sind zwar geimpft, mussten aber weder Impfung noch Test vorweisen. 

Von Cancun gings dann direkt nach Playa del Carmen in unser AirBnB. Wir haben eine relativ grosse Unterkunft gewählt, da wir damit gerechnet haben, dass die Regenzeit beginnt und wir öfter zuhause sind und Reise planen werden. 

Bis jetzt ist mit Regen Fehlanzeige – es ist heiss, feucht und die Sonne scheint die ganze Zeit. Da fällt es schwer sich zusammen zu reissen, zuhause zu bleiben und zu „arbeiten“. 

Es ist für uns beide das erste Mal in Mexico und es gefällt uns sehr. Die Menschen, das Essen, das Klima, die Vegetation, das Meer – alles wunderbar. Die erste Woche sind wir sehr viel durch die Stadt gelaufen (oft auf der Suche nach Stränden ohne Seegras oder nach Streetfood), haben ein paar Inseln angeschaut oder uns tatsächlich zusammengerissen und zuhause Reise geplant / Spanisch gelernt. In der zweiten Woche mieten wir ein Auto und machen ein paar Tagesausflüge. 

Playa del Carmen

Playa del Carmen ist eine sehr touristische Stadt ohne grossartigen Sehenswürdigkeiten, aber sehr angenehm, um zu verweilen. Vieles kann zu Fuss erreicht werden, man fühlt sich sicher und befindet sich sehr zentral um Inseln oder andere Sehenswürdigkeiten in Quintana Roo zu besuchen. Obwohl das Meer hier wunderschön ist, haben die Strände am Festland momentan extrem viel Seegras – ein Problem das wohl hauptsächlich im Sommer vorkommt und mit der Meererwärmung schlimmer geworden ist. 

Isla Mujeres und Isla Contoy National Park

Am dritten Tag gönnten wir uns eine Bootstour zum Isla Contoy National Park (mit Abstecher über Isla Mujeres und einem Schnorchel-Stopp bei einem Korallenriff vor der Isla Contoy). Es war wirklich wunderbar, wir haben noch nie so schönes Meer in so vielen verschiedenen Arten von türkis und hellblau gesehen 🙂 Die Isla Contoy, auf die täglich maximal 200 Leute gelassen werden, ist ein absolutes Paradies und wie die Isla Mujeres auch Seegras-frei. Auf der Isla Contoy gibts viele Iguanas / Leguane und unzählige Einsiedlerkrebse, die sich eine Muschel / Schneckengehäuse über den Hinterkörper stülpen und damit herumkrabbeln. In den Mangroven leben auch spezielle Vögel und ein paar Krokodile. Leider war ein Teil der Insel aufgrund Corona gesperrt, aber der Ausflug hat sich trotzdem gelohnt. 

Das Schnorcheln war leider dürftig, viel gab es nicht mehr zu sehen. Ist vielleicht auch besser so, wenn wir Touristen die bereits toten Korallenriffe zu sehen bekommen, als noch mehr der noch Schönen zerstören. 

Isla Cozumel

Für einen weiteren Tagesausflug haben wir die Fähre nach Playa del Carmen’s Hausinsel Isla Cozumel genommen. Dort haben wir einen Scooter gemietet und die Insel erkundigt, was auch schön war. Leider sind fast alle Strände auf der nicht mit Seegras behangenen Seite nur über Beach Clubs zugängig, einen steinigen Zugang ins wunderschöne Meer hat uns dann aber auch gereicht. 

Essen in Mexico – Chili, Salz und viiiel Limetten

Das Essen ist wunderbar – viel besser, als wir das mexikanische Essen von zuhause oder gar den USA kennen. Viel würziger, saftiger und natürlich auch vielfältiger. Grundsätzlich ist überall Limette dran (was wir lieben) – sogar unser Chilisalz, welches wir zum Gemüse würzen kauften hat Limettengranulat drinnen und ist damit typisch für hier scharf-salzig-sauer. Aufs Versehen haben wir auch ein Softgetränk mit Limetten-Salz Geschmack gekauft – gewöhnungsbedürftig aber erfrischend. Zu ca. 50% ernähren wir uns von herrlichen Mangos, Wassermelonen und anderen exotischen Früchten. Verschiedene Tacos, Tamales, Marquesitas haben wir von Strassenständen bereits ausprobiert – aber unsere „To Try“- Liste ist noch lange. 

So sieht der typische Morgen bei uns aus - Früchte auf unserem Balkon geniessen. Zumindest bevor die Hängematte geklaut wurde (vom Balkon im 2. Stock!) 🙁
Marquesita - knuspriger Crèpe mit Nutella und viel Käse gefüllt - spezielle Kombination

Verschieben oder nicht ? – Die Panamericana während Covid-19

Ende April standen wir vor der Entscheidung, ob wir unsere seit Jahren geplante Reise trotz Pandemie durchführen oder verschieben sollen – hier möchten wir auf die Entscheidung eingehen und fortlaufend unsere Erfahrungen einer Weltreise während Pandemiezeiten wiedergeben. 

Unsere Entscheidung

Einerseits mussten wir unsere Arbeitgeber rechtzeitig informieren, andererseits konnten wir den Aufbruch dieses Jahr nicht länger aufschieben, wenn wir nicht in meterhohen Schnee in Alaska kommen wollten. 

Die Covid-Situation im April verlieh einerseits dank steigender Impfquoten Hoffnung, andererseits war gehäuft von der Delta-Variante die Rede – die Situation war total unberechenbar. Jetzt im Juli müssen wir sagen, dass wir im April zu optimistisch waren.  

Für Verschieben sprach viel:

  • Planung macht mehr Spass und Vorfreude ist grösser, wenn eine gewisse Zuversicht da ist
  • Planung besser möglich, Route kann wie gewünscht gemacht werden und alle Wunschorte besucht werden
  • Sicherheitslage in gewissen Ländern berechenbarer
  • Weniger Stress (durch konstante Änderungen)
  • Weniger Kosten (z.b. für durch Covid-Restriktionen bedingte Umwege, Umbuchungen, Tests, Quarantäne)
  • Keine Lockdowns und Beschränkungen (z.B. bei Sehenswürdigkeiten) und keine Grenzschliessungen mit anschliessendem Festsitzen in einem Land 

Diese Argumente reichen eigentlich für eine Verschiebung der Reise, aber aus anderen Gründen haben wir uns dann aus dem Bauch herausentschieden, dass jetzt eben doch der richtige Zeitpunkt ist: 

  • Zeitpunkt ist für uns persönlich perfekt – vor Familienplanung und beruflichen Weiterentwicklungen
  • Niemand weiss, wie lange Covid unser Leben noch einschränken wird und ob Reisen wie zuvor überhaupt wieder möglich wird in den nächsten Jahren 

Ausserdem wird es bestimmt abenteuerlicher, als wenn alles schön geplant ist und teils werden vielleicht auch weniger andere Touristen unterwegs sein. 🙂

So haben wir uns nichtsdestotrotz für die Reise entschieden und damit akzeptiert, dass wir mit Einschränkungen und Komplikationen rechnen müssen. 

Panamericana während Corona

Auf der Touristenmeile in Playa del Carmen wird fast intensiver mit Covid-Tests geworben als für Tequila

Ein paar Erläuterungen, was die Entscheidung die Weltreise trotz Covid-19 durchzuführen bisher für uns bedeutet hat: 

  • Informationslage – Grundsätzlich kann kaum mehr auf Informationen bezüglich lokaler Regulationen, Einreisebestimmungen mit eigenem Auto, Formalitäten, Versicherungen & andere Dienstleister, Übernachtungsplätze, Sicherheitslage etc. gezählt werden. Covid hat alles auf den Kopf gestellt, womit die Infos von vielen Panamericana Blogs und Sites und sonstigen Informationsquellen nicht mehr zutreffen. 
  • Flexibilität und Verzicht – Flexibilität bei der Reiseroute und Verzicht auf gewisse Wunschorte sind unumgänglich:
    • z.B. bei uns Verzicht auf Alaska und Kanada, wenn die US- und Kanada-Landgrenzen nicht bald öffnen (Update 08.09.21: Da die US-Landgrenze nicht öffnet müssen wir zumindest im 2021 auf Alaska und Kanada verzichten)
    • Ursprünglich wollten wir nach Halifax verschiffen – da Kanada bis jetzt nicht offen ist, müssen wir nach Baltimore verschiffen und werden zumindest den Osten von Kanada verpassen
    • Wahrscheinlich werden wir Teile von Zentral- und Südamerika aufgrund Covid-Restriktionen und/oder veränderter Sicherheitslage auslassen müssen
  • Unnötige Umwege und Kosten aufgrund von Covid-Restriktionen:
    • Da die USA widererwarten die Grenzen gegenüber Europäern nicht geöffnet hat, müssen wir vor der USA Einreise 14 Tage lang ausserhalb des Schengen-Raums verbringen. Deshalb verbringen wir zuerst 14 Tage in Mexico und können die Panamericana erst später als geplant beginnen. 
    • Da aufgrund von Covid keine Visas für die USA ausgestellt werden, reisen wir mit dem ESTA ein. Dafür müssen wir einen Rück- oder Weiterflug vorweisen, obwohl wir mit dem Auto weiterreisen möchten. D.h. wir mussten noch einen extra Flug buchen. 
  • Planung benötigt mehr Zeit, insbesondere muss auch mit sehr kurzfristigen Änderungen gerechnet werden und man sollte sich konstant auf dem Laufenden halten. Restriktionen können sich jederzeit ändern. 
  • Einschränkungen vor Ort, (Teil-) Schliessungen von Sehenswürdigkeiten und Institutionen
    • Mexico ist sehr liberal was Covid-Restriktionen anbelangt, trotzdem war z.B. leider ein Teil des Isla Contoy National Parkes aufgrund Covid geschlossen. Ähnliche Erlebnisse, wie Teilschliessungen von National Parks hatten wir auch in den USA. 

Trotz all diesen Punkten – bis jetzt bereuen wir die Entscheidung kein Bisschen und sind gespannt wo uns die Reise hinführt 🙂